Unsere Geschichte, Teil 1 – unsere Kinder

Ich habe mich entschieden, endlich damit anzufangen, unsere Geschichte öffentlich zu machen. Es ist nicht leicht, nochmal Situationen Revue passieren zu lassen, die auch angstbesetzt waren und sind, aber ich möchte uns auch nicht verstecken, denn wir setzen uns für eine Demokratisierung unseres Bildungswesens ein und stehen dazu!

Wenn ich über meine Kinder spreche, möchte ich natürlich nicht alles öffentlich machen. Sie haben ein Recht auf ihre Privatsphäre. Daher kann ich nicht bei all unseren Aktivitäten in Details gehen, die unsere Handlungen eventuell noch besser erklären könnten, aber das ist dann so.

Also: Wir – mein Mann und ich – haben 4 Kinder. Wir selbst waren immer schon latent schulkritisch, haben aber viele grundsätzliche Dinge nicht in Frage gestellt, wie zum Beispiel die Schulpflicht. Im Laufe der Zeit und des Erlebens der Schulzeiten unserer Kinder sind wir um einiges kritischer geworden.

Ich möchte über deren Erlebnisse hier nichts schreiben. Es sei nur gesagt, dass sie vieles erlebten, was auch andere Kinder in Schulen durchmachen, unter anderem Mobbing. Verschweigen möchte ich nicht, dass sie auch schöne Erlebnisse dort hatten. Schulen sind nun einmal auch ein Ort, an dem sich viele Kinder treffen und miteinander spielen. Die Qualität dieser hochgeschätzten Sozialisation in Schulen ziehe ich in Zweifel, aber dazu später. Auf jeden Fall existieren in Schulen natürlich auch Freundschaften.

Ich möchte hier gleich zwei viel sagende Aussprüche meines Sohnes erwähnen. Nachdem er eingeschult worden war, sagte er ganz entsetzt: „Wie, Montag muss ich da wieder hin?!“. Nicht, dass ihm seine Einschulung nicht gefallen hätte, er war nur entsetzt darüber, jetzt zu vorgeschriebenen Zeiten an einem bestimmten Ort sein zu müssen. Später innerhalb unseres ganzen Prozesses äußerte er mal „O.K. In den Hort würde ich gehen.“. Klar, denn, auch wenn er eher ein Eigenbrödler ist, gefiel es ihm schon, sich mit anderen Kindern abzugeben.

Fragt man meine jüngste Tochter zur Schule, wird sie immer nur mit ihren Beziehungen zu den anderen Kindern argumentieren und die Vorzüge der Schule in Bezug auf Spielmöglichkeiten hervorheben. Zum Unterricht muss man sie speziell befragen, sonst würde sie davon nicht berichten. Denn der hat sie einfach nicht interessiert, genau wie meinen Sohn. Und ich denke, sie stehen damit bei weitem nicht allein da.

Auch Studien zeigen, dass für junge Menschen ein Hauptgrund, zur Schule zu gehen, darin besteht, ihre Freunde zu treffen.

Nun ja, ich denke mal, dafür müssen junge Menschen nicht in Schulen gezwungen werden. Meiner Meinung nach sollten sie sich INNERHALB unserer Gesellschaft immer und überall, wo sie es wollen, treffen dürfen, und nicht in Parallelgesellschaften, wie Schulen sie darstellen. Aber dazu später mehr.

Meine älteren Kinder haben die Schule – leider, möchte ich heute sagen – fast ganz durch gemacht. Beide machen uns heute Vorwürfe: Hätten sie gewusst, dass sie nicht müssen, wären sie auch nicht hin gegangen, wie es jetzt ihre jüngeren Geschwister tun. Tatsächlich „darf“ ja in Deutschland kein Kind dem Unterricht fern bleiben, aber meinen älteren Kindern haben wir Eltern nicht einmal die Möglichkeit gegeben, überhaupt ein NEIN zu äußern. Sie haben angenommen, dass es „kein Entrinnen“ gibt und die Schule daher hingenommen.

Wir Eltern waren selbst so überzeugt davon und es war ein langer Prozess, in dem wir unsere Meinung änderten. Über diesen und einiges mehr werde in hier in den nächsten Wochen berichten.

Alles Liebe!

Angela

Ceterum censeo coactam educationem delendam esse!

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